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Grundlagen

Lernphase — warum in Woche 1 nichts passiert

Du startest eine neue Kampagne und schaust nach 24 Stunden auf die Daten — wenig Impressionen, ein paar Klicks, kein Verkauf. Ist die Kampagne kaputt? Kurze Antwort: nein. Amazon braucht Zeit zum Lernen.

Was passiert in den ersten 7 Tagen

Wenn du eine neue Kampagne aktivierst, beginnt Amazon einen Lernprozess. Der Algorithmus testet, wem deine Anzeige gezeigt werden sollte — und sammelt Conversion-Daten.

  • Tag 1-3: Niedrige Impressionen, instabile Auslieferung. Amazon weiß nicht, welche Käufer auf deine Anzeige klicken werden, also bist du in der Auktion vorsichtig.
  • Tag 4-7: Auslieferung wird stabiler. Erste Verkäufe (falls dein Produkt konvertiert). Amazon priorisiert jetzt die Käufer-Profile, die in den ersten Tagen geklickt und gekauft haben.
  • Tag 8-14: Steady State. Die Kampagne liefert mit konstanter Performance. Jetzt sind die Daten aussagekräftig.

Warum du in dieser Zeit nichts ändern solltest

Jede Änderung — Gebot rauf, Gebot runter, Match Type ändern, Keyword hinzufügen — setzt den Lernprozess teilweise zurück. Amazon muss neue Daten sammeln und neu kalibrieren.

Wenn du am Tag 3 das Gebot erhöhst, weil du ungeduldig bist, hast du am Tag 7 nicht 7 Tage Daten — du hast 4 Tage saubere Daten. Auf Basis von 4 Tagen Daten kannst du nicht entscheiden, ob ein Keyword wirklich konvertiert.

Was du in den ersten 7 Tagen tun darfst

Drei Aktionen sind sicher:

  • Schau zu, ohne zu ändern. Notiere täglich Impressionen und Klicks, mehr nicht.
  • Wenn 0 Impressionen nach 72h: Möglicherweise ist die Auslieferung blockiert. Geh durch die Zero-Impressions-Diagnose. Eine Bid-Erhöhung ist ok, wenn das Gebot offensichtlich zu niedrig ist.
  • Wenn deine Anzeige für eindeutig falsche Suchbegriffe erscheint: Negativ-Keyword hinzufügen ist ok. Das bremst den Lernprozess weniger als eine Bid-Änderung.

Nach Tag 7-14: jetzt darfst du anpassen

Sobald du 14 Tage Daten hast, sind sie aussagekräftig genug für Entscheidungen. Faustregel:

  • Mindestens 30 Klicks pro Keyword bevor du es beurteilst. Bei 10 Klicks und 0 Verkäufen ist es noch zu früh zum Pausieren.
  • Mindestens 14 Tage Daten bevor du das Gebot deutlich änderst. Bei einer Saison-Änderung (z.B. Black Friday rückt näher) sind kürzere Anpassungs-Intervalle ok.

Mehr zum Anpassungs-Rhythmus: Erstes Gebot — wie hoch?.

Drei häufige Anfänger-Reaktionen während der Lernphase

"Ich habe noch keinen Verkauf, ich pausiere alles."

Geduld. Bei einem neuen Produkt mit unter 20 Reviews kann es 14 Tage dauern bis zur ersten Bestellung über Werbung. Pause nur wenn nach 14 Tagen + 30 Klicks pro Keyword keine Verkäufe da sind.

"Ich erhöhe das Gebot um 50% damit was passiert."

Hohe Bid-Sprünge in der Lernphase verschwenden Geld. Wenn dein Gebot wirklich zu niedrig war, reicht eine Erhöhung um 20-30% am Tag 4 — und dann wieder warten.

"Ich starte zwei neue Kampagnen mit der gleichen Strategie um zu vergleichen."

A/B-Tests bei Amazon-Werbung sind tückisch. Beide Kampagnen konkurrieren in der Auktion gegeneinander, das verzerrt das Ergebnis. Erst eine Kampagne 14 Tage laufen lassen, dann auf Basis der Daten Variante 2 starten.

Was Sellerwerk dir hier zeigt

Im Kampagnen-Detail-View siehst du den Lernphasen-Status: ob die Kampagne noch in den ersten 7 Tagen ist und welche Aktionen noch nicht aussagekräftig wären. Sellerwerk schlägt während der Lernphase keine automatisierten Aktionen vor — wir warten auf valide Daten, bevor wir Empfehlungen ausspielen.

Auch automatisierte Regeln (siehe Automatisierung verstehen) sollten ein Mindest-Klick-Threshold von 20-30 Klicks haben, um nicht in der Lernphase zu früh zu greifen.

Eine Ausnahme: kritische Kampagnen-Brände

Wenn dir in den ersten 3 Tagen €100+ ohne einen einzigen Verkauf weglaufen, dann ist die Lernphase egal — pausieren ist die richtige Entscheidung. Häufigste Ursache in solchen Fällen: zu breite Match Types (Breit ohne Negativ-Keywords) oder zu hohes Anfangs-Gebot.

Mehr zur Auktions-Mechanik: Was ist Amazon PPC?. Bei Fragen: support@sellerwerk.de.

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