Erstes Gebot — wie hoch?
Du hast eine Kampagne erstellt und stehst vor dem leeren Gebots-Feld — €0,30? €1? €5? Diese Anleitung gibt dir eine sichere Default-Zahl zum Starten und einen Rhythmus, sie anzupassen.
Sicherer Start: am unteren Ende der Suggested Bid Range
Wenn du in Amazon Seller Central ein Keyword zu deiner Kampagne hinzufügst, zeigt Amazon dir eine Suggested Bid Range — z.B. €0,40-€1,20. Setze dein Gebot zunächst auf das untere Ende dieser Range (€0,40 in diesem Beispiel).
Warum unten und nicht in der Mitte: Du weißt noch nicht, ob dein Produkt konvertiert. Das untere Gebot lässt dich Daten sammeln, ohne viel zu verbrennen. Wenn du nach 7 Tagen siehst, dass dein Keyword profitabel ist, kannst du es immer noch erhöhen.
Wenn keine Suggested Bid Range angezeigt wird
Bei seltenen Keywords oder neuen Konten zeigt Amazon manchmal keine Range. Faustregel:
- Generische Keywords (1-2 Wörter, z.B. wasserflasche): €0,30-€0,50 Startgebot.
- Spezifische Keywords (3-5 Wörter, z.B. edelstahl wasserflasche 1 liter): €0,50-€0,80 Startgebot. Du kannst hier ruhig etwas höher gehen — die Käufer sind kaufbereiter.
- Markennamen-Keywords (deine eigene Marke): €0,15-€0,30 reicht meist. Konkurrenz ist gering.
Tagesbudget separat: €20-50 in den ersten Wochen
Gebot und Tagesbudget sind zwei verschiedene Dinge. Dein Gebot sagt: "maximal so viel pro Klick". Dein Tagesbudget sagt: "maximal so viel pro Tag insgesamt". Bei einem Anfangs-Tagesbudget von €1 oder €5 ist die Kampagne nach wenigen Stunden aus der Auktion raus, und du sammelst keine repräsentativen Daten.
Setze in den ersten Wochen €20-50 Tagesbudget pro Kampagne. Wenn du am Tagesende nur 30% verbraucht hast, ist Budget nicht dein Engpass — dann ist es das Gebot oder die Relevanz. Wenn du 100% bis Mittag verbraucht hast und gute Verkäufe siehst, erhöhe das Budget.
Anpassungs-Rhythmus: einmal pro Woche
Amazon braucht 3-7 Tage, um eine Kampagne in der Auktion zu platzieren und genug Daten zu sammeln. Ändere dein Gebot nicht alle paar Stunden — du verlierst die Lernphase und wirfst die Auktion durcheinander. Stattdessen: jeden Sonntag, Daten der letzten 7 Tage anschauen, Gebot in einem Schritt anpassen.
Wann erhöhen?
- ACoS unter deinem Ziel (z.B. unter 25%) UND mehr Volumen möglich — erhöhe das Gebot um 10-20%.
- Position im Suchergebnis: dein Keyword erscheint nur auf Seite 2 oder weiter — dein Gebot ist zu niedrig, um Top-Slots zu gewinnen. Erhöhe um 20-30%.
Wann senken?
- ACoS über deinem Ziel (z.B. über 40%) für 14+ Tage — senke um 10-15%.
- CTR (Click-Through-Rate) sehr niedrig (unter 0,2%) — dein Keyword ist nicht relevant. Senke das Gebot stark oder pausiere das Keyword komplett.
Wann pausieren?
- Spend über €20 ohne einen einzigen Verkauf in 14+ Tagen — pausieren. Nutze die Daten für ein besseres Keyword.
Was Sellerwerk dir hier abnimmt
Du musst nicht jeden Sonntag manuell durch jede Kampagne gehen. Sellerwerk schlägt dir Bid-Anpassungen vor, basierend auf den Schwellwerten oben. Im Bereich Intelligence → Bid Recommendations siehst du:
- Keywords, deren Gebot zu niedrig für die aktuelle Auktion ist
- Keywords, die seit 14+ Tagen blutend Geld ausgeben
- Keywords, die profitabel laufen und mehr Budget vertragen
Du entscheidest dann pro Vorschlag: akzeptieren, ablehnen, oder eigenen Wert eintragen. Oder du erstellst eine Automatisierungs-Regel die das nachts automatisch macht — siehe Automatisierung verstehen.
Drei Anfänger-Fehler beim Bidding
- Zu hoch starten in der Hoffnung auf schnelle Verkäufe. Du verbrennst Budget bevor du weißt, ob dein Keyword überhaupt konvertiert.
- Gebote stündlich anpassen. Amazons Auktions-Algorithmus braucht Zeit zum Lernen. Tägliche Mini- Anpassungen führen zu instabiler Performance.
- Alle Keywords mit dem gleichen Gebot. Markennamen-Keywords (Konkurrenz niedrig) und generische Keywords (Konkurrenz hoch) brauchen sehr unterschiedliche Gebote.
Mehr zur Auktions-Mechanik: Was ist Amazon PPC?. Bei Fragen: support@sellerwerk.de.